Geräte reparieren - anstatt in den Wald werfen

June 19, 2018

Sehr freudige «novidades do Brasil» [News aus Brasilien]: 20 Teilnehmende sind in unseren ersten Kurs für Elektroinstallateure (Fachrichtung Reparatur) gestartet – in dieser Form eine völlige Neuheit für das Dorf und die ganze Region. Das wurde uns bereits beim Einschreibe-Termin bewusst: Eine grosse Menschenmenge versammelte sich bereits vor Sonnenaufgang vor dem Lokal unseres Partnerhilfswerkes «Vida Nova». Werbung haben wir im Dorf-Radio und auf der Strasse gemacht. Der Ansturm war riesig: In kürzester Zeit konnten sämtliche 20 Ausbildungsplätze vergeben werden:

Und am 6. Juni 2018 ging es dann richtig los: Der Kursleiter, den wir dank der brasilianischen Organisation «SENAI» engagieren konnten, begrüsste die sehr interessierten Teilnehmenden zum ersten Kurstag. In den ersten Tagen erlernten die Männer und Frauen die theoretischen Grundlagen der Reparatur von elektronischen Haushaltsgeräten:

Danach durften die Teilnehmenden bereits erste Praxiserfahrung sammeln - unter Anleitung des Kursleiters. Neben praktischen Inputs rund um die Reparatur von Kühlschränken, Ventilatoren und weiteren Haushaltsgeräten wurden bereits alle Klimaanlagen sowie die Wasserpumpe des Kinderhilfswerkes «Vida Nova» gewartet und auf Vordermann gebracht:

 

Normalerweise werden defekte Haushaltsgeräte im Wald oder im Fluss entsorgt. Dies, weil Reparatur- und Transportkosten in die nächstgelegene Stadt (Balsas) oft nicht aufgebracht werden können. Mit dem Kurs befähigen wir die Teilnehmenden, selbstständig jegliche Art von Haushaltsgeräten zu reparieren und sich so ein Einkommen zu generieren. Gleichzeitig fördern wir mit dem Kurs aktiv den Umweltschutz in der Region.

Das sind schöne Lichtblicke. Denn Brasilien durchlebt abermals stürmische Zeiten. Neben der allgegenwärtigen schwierigen politischen Lage haben vergangenen Monat auch die «Caminhoneiros» [Lastwagenfahrer] wegen der hohen Diesel- und Benzinpreise gestreikt. Erreicht haben sie die Senkung der Dieselpreise. Jedoch befand sich das Land für über eine Woche fast im Stillstand – und vor Allem die Randregionen haben das gespürt. Unser Team in Brasilien berichtet von knappen Lebensmitteln und fehlendem Kraftstoff sowie von riesigen Warteschlangen an Tankstellen und in Lebensmittelläden.

 

Unsere Kursteilnehmenden sind gemäss Meldung des örtlichen Projektteams überaus motiviert bei der Sache und sehr aufmerksam während den Lektionen. Wir freuen uns sehr darüber! Dank Dir als Unterstützer/-in schaffen wir gerade in diesem Moment 20 Personen in Fortaleza dos Nogueiras neue berufliche Perspektiven.

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